Begegnung der Generationen in der KUFA Hoyerswerda
Der Saal der Kulturfabrik Hoyerswerda wurde am 29.04.2026 zu einem Ort, an dem Geschichte lebendig wurde. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren trafen auf einen Mann, dessen Lebensweg kaum eindrücklicher sein könnte: Andrej Iwanowitsch Moiseenko, der am 1. Mai 2026 seinen 100. Geburtstag feiern wird.
Doch nicht dieses besondere Jubiläum war der Anlass der Veranstaltung, sondern die Lebensgeschichte des Belarusen, der aus der Nähe von Minsk stammt. Als Moiseenko so alt war wie die Jugendlichen heute, wurde er aus seiner damaligen Heimat Ukraine nach Deutschland verschleppt. Nach Gefängnis und Arbeitslager überlebte er das Konzentrationslager Buchenwald und wurde schließlich während eines Todesmarsches befreit. Seit nunmehr zehn Jahren reist er durch Europa und Asien, um jungen Menschen und Interessierten von seinen Erfahrungen zu berichten – ruhig, eindringlich und mit einer Klarheit, die unter die Haut geht.
Die Landesservicestelle Lernorte des Erinnerns und Gedenkens, ein Projekt des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus bei der Brücke|Most-Stiftung machte die Begegnung in Hoyerswerda möglich. Gemeinsam mit Kufa und VVN BdA Stadtverband Hoyerswerda als Kooperationspartner im Projekt „Wider das Vergessen“ begleiteten auch wir diese Veranstaltung und gestalteten die Begegnung aktiv mit. Neben Schüler*innen des Léon-Foucault-Gymnasiums nahmen auch Jugendliche aus Lohsa, Wittichenau und Niesky teil. Ein Geschichts-Leistungskurs aus Leipzig war eigens angereist, um Moiseenko persönlich zu erleben.
Die Teilnehmenden sahen zunächst einen Dokumentarfilm über Moiseenkos Leben. Danach beantwortete der fast Hundertjährige offen und geduldig die Fragen der Jugendlichen. Für viele war es das erste Mal, einem Zeitzeugen zu begegnen, der die Verbrechen des Nationalsozialismus selbst überlebt hat. Die Begegnung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der Austausch zwischen den Generationen bleibt. In einer Zeit, in der Frieden und Demokratie weltweit unter Druck stehen, wurde im Kufa-Saal spürbar, wie notwendig es ist, Erinnerungen wachzuhalten. Moiseenkos Worte machten deutlich, dass Freiheit nie selbstverständlich ist und jede Generation Verantwortung trägt, sie zu schützen.
Die Lausitzwelle berichtet von dem besonderen Ereignis.
