04.03.2026

Projekt „Wider das Vergessen“ startet mit starken Impulsen ins Jahr 2026

 

Mit Beginn des Kalenderjahres 2026 hat das Projekt „Wider das Vergessen“ in Hoyerswerda erneut einiges geboten. Mehrere Veranstaltungen setzten wichtige Akzente für historisches Lernen, Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung junger Menschen mit der NS‑Vergangenheit.

Auftakt am 27. Januar: Lesung und Gedenkstunde

Den Auftakt bildete am 27. Januar eine Lesung aus dem Buch „Die Verräterin“ von G. Pausewang, vorgetragen von der Berliner Theaterschauspielerin Vera Kreyer. Rund 150 Schüler*innen verfolgten die eindrucksvolle Lesung in der Aula des Léon‑Foucault‑Gymnasiums. Sie bereitete inhaltlich auf die anschließende städtische Gedenkstunde zum Tag der Befreiung des KZ Auschwitz vor, die traditionell im Martin‑Luther‑King‑Haus stattfand.

Zahlreiche Gäste – darunter Schüler*innen, Vertreter*innen aus Stadtrat und Verwaltung sowie interessierte Bürger*innen – nahmen an der Veranstaltung teil. Ein kurzes Rahmenprogramm, gestaltet von Schüler*innen des Léon-Foucault‑Gymnasiums, verband musikalische Beiträge mit kurzen Textimpulsen. Die Gedenkrede hielt der Sächsische Beauftragte für Vertriebene und Aussiedler, Dr. Jens Baumann. Er machte eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig die Geschichte wirkt und warum Gedenken auch heute unverzichtbar bleibt.

Im Anschluss legten alle Anwesenden gemeinsam Blumen am Ehrenhain nieder. Mit dieser Zeremonie endete die Gedenkveranstaltung.

30 Jahre „Wider das Vergessen“ – Festakt in der Kulturfabrik

Nur wenige Tage später, am 4. Februar 2026, kamen rund 70 Gäste in der Kulturfabrik zusammen, um das 30‑jährige Bestehen des Projekts zu feiern. Unter den Teilnehmenden waren Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulleitungen, Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung sowie Zeit‑ und Zweitzeug*innen, die am Folgetag in allen weiterführenden Schulen mit Jugendlichen ins Gespräch traten- so die Absicht, die aufgrund von Wetterbedingungen nicht umgesetzt werden konnte. Derzeit sind wir dabei, individuelle Gespräche in den Schulen nachzuholen.

Der Festakt umfasste Grußworte des Bürgermeisters und der Projektpartner der RAA. Schüler*innen präsentierten kulturelle Beiträge sowie Forschungsergebnisse aus der Gedenkstättenfahrt nach Sachsenhausen im Herbst 2025. Ein besonderer Höhepunkt war die Podiumsdiskussion zwischen Jugendlichen und Lehrkräften zum Thema Erinnerungskultur. Die Schüler*innen formulierten dabei offen ihre Gedanken, Interessen und Erwartungen an heutige Formen des Gedenkens.

Deutlich wurde: Erinnerungskultur lebt vom Engagement der jungen Generation. Gleichzeitig brauchen Jugendliche Orientierung, persönliche Begegnungen mit Zeitzeugnissen und authentischen Orten sowie die Möglichkeit, schulisches Wissen mit individuellen Schicksalen zu verknüpfen. Gedenkstättenbesuche spielen dabei eine zentrale Rolle.

Blick nach vorn

Die Rückmeldungen der Jugendlichen und Schulen fließen direkt in die Weiterentwicklung der Projektkonzeption ein. Ziel bleibt es, Erinnerungskultur lebendig zu halten, junge Menschen zu stärken und ihnen Räume für historisches Lernen und gesellschaftliche Verantwortung zu eröffnen.