24.08.2026

Vorurteilen keine Chance!

 

Drei Klassen der 7. Jahrgangsstufe des Léon-Foucault-Gymnasiums haben sich in einem zweitägigen Workshop intensiv mit dem Thema Vorurteile auseinandergesetzt und dabei jede Menge erfahren, ausprobiert und kreativ umgesetzt.

Nach einer gemeinsamen Begrüßung durften die Schüler*innen klassenweise ein abwechslungsreiches Tagesprogramm erleben. Den Auftakt bildete die Frage: Wie funktioniert eigentlich „Schubladendenken“? Die Schüler*innen gingen dieser Frage anhand eines eigenen Beispiels auf den Grund: Sie sollten einschätzen, welche Eigenschaften wohl auf die jeweilige Referentin zutreffen würden. Dass dabei längst nicht alle Vermutungen richtig waren, ließ umso deutlicher werden, dass sich von äußeren Merkmalen kaum auf innere Eigenschaften schließen lässt.

Die theoretische Grundlage bildete das Eisbergmodell, das den Kindern altersgerecht nähergebracht wurde. Mithilfe anschaulicher Kurzfilme und durch die Abgrenzung verschiedener Begriffe rund um das Thema gelang es ihnen anschließend, Stereotype, Vorurteile und Diskriminierung zu unterscheiden und anhand konkreter Beispiele zu erfassen.

Frisch gestärkt ging es nach der Pause nach draußen. Bei einem Positionierungsspiel schlüpften die Siebtklässler*innen paarweise in die Rolle einer fiktiven Person. Dabei wurde deutlich, wie sich Privilegien in vielen großen und kleinen Situationen des Alltags auswirken können. Auf diese Weise entstand ein Bewusstsein dafür, dass viele Menschen Vorteile genießen, die ihnen im täglichen Leben gar nicht als solche auffallen.

Doch dabei blieb es nicht: Im letzten Teil des Projekttages wurden in Kleingruppen drei unterschiedliche Situationen genauer unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Frage, welches Vorurteil und welche Konsequenzen dahinterstecken, sondern auch, welche Handlungsoptionen und Gegenmaßnahmen möglich sind.

Dass die Schüler*innen selbst bereits Vorurteilen ausgesetzt waren oder diese bei anderen miterlebt hatten, wurde in der Abschlussrunde deutlich. Jede und jeder konnte eigene Beispiele nennen und eine Möglichkeit formulieren, wie man in einer solchen Situation handeln kann – sei es, um sich ein eigenes Bild von der Situation zu machen oder um eine betroffene Person zu unterstützen. So lernten die Schüler*innen, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, die auch ihnen zur Verfügung stehen, um Vorurteile abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Kreativität. In selbstgewählten Gruppen entstanden rund um das Thema Vorurteile ganz unterschiedliche Ergebnisse: ein länderübergreifendes Essensangebot, ein aufklärendes Interview, ein lebensechter Kurzfilm, zwei große Banner mit teils tiefgründigen Aussagen, ausdrucksstarke Plakate, Stoffbeutel und Bandanas mit einer klaren Botschaft für die Anerkennung aller, ein Gedicht über verborgenes Talent, ein Rätsel zu den erarbeiteten Begriffen sowie ein mitreißend mutiger Hip-Hop-Auftritt.

Auf die rundum gelungene Präsentation ihrer Ergebnisse können sicher nicht nur die Schüler*innen stolz sein, sondern auch ihre Lehrkräfte. Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt: Vorurteilen kann man etwas entgegensetzen – und jeder Einzelne kann dazu beitragen.